Bericht:GLS 2026

Von Knapp*innen, Kurzweil und adliger Verantwortung
Als das neue Jahr kaum angebrochen ward, füllten sich die Mauern von Schloss Pfünz erneut mit Stimmen, Lachen und regem Treiben. Vom 02. bis 06. Januar versammelten sich dort 33 junge Menschen, gerufen zur Großen Leiter*innenschulung (GLS), ausgerichtet von der Katholischen Jugendstelle Nürnberg Süd und dem BDKJ Dekanatsverband Nürnberg-Süd. Fünf Tage lang wurde gelernt, geübt und beraten – nicht minder eifrig als auf einem mittelalterlichen Hoftag.
Vom ersten Diensteifer zum festen Stand im Gefolge
Jene, die erst jüngst in die Reihen der Jugendarbeit getreten waren, fanden sich im Juleica-Grundkurs wieder. Dort ward ihnen das nötige Rüstzeug gereicht: die Kunst guter Spiele, das rechte Maß des Führens, Kunde von der Entwicklung junger Menschen, das Wirken der Rollen in einer Gruppe sowie rechtliche Grundlagen und die Prävention sexualisierter Gewalt. Wissen, das nicht nur glänzt wie Stahl, sondern auch trägt wie ein gutes Schild.
Die Erfahrenen hingegen zogen weiter in den Young-Professionals-Kurs, auf dass sie ihre Fertigkeiten schärften. Es ward sich vertieft in die Spielpädagogik, es wurden Spiele unter freiem Himmel wie auch ohne jegliches Material erprobt und dem rechten Umgang mit dem Zwist Raum gewährt (Konfliktmanagement, Mediation). Hinzu kamen Lehrstücke zur Prävention sexualisierter Gewalt und Recht sowie die gewichtige Frage, wie neue Knapp*innen wohl in eine bestehende Gemeinschaft aufzunehmen seien. Ein Kurs für jene, die nicht allein folgen, sondern Verantwortung für das ganze Gefüge tragen.
Von Spiel, Handwerk und höfischer Kurzweil
Wenn des Tages Lehrstunden ihr Ende fanden, begann des Abends Kurzweil. Den Auftakt machte ein Spieleabend zum Thema Bauernhof, bei dem mit großem Eifer, manchem Gelächter und viel Gemeinschaftssinn um Punkte gerungen ward.
Auf das neue Fähigkeiten gelernt werden würden, eröffneten sich Werkstätten zu verschiedenen Workshops. Ein Crashkurs Erste Hilfe bereitete auf kleine wie größere Missgeschicke vor, Radio Pfünz lehrte das Verkünden von Botschaften, beim Bedrucken der Jutebeutel und im Filmworkshop war schöpferischer Geist gefragt. Zudem gewährte der Vorstand des BDKJ Nürnberg-Süd Einblick in die Jugendverbandsarbeit. Manch wertvoller Schatz ward hier gehoben, um ihn daheim klug zu nutzen.
Den Glanzpunkt jedoch setzte der Bunte Abend. In mittelalterlichem Gewande ward das neue König*innenhaus gesucht. An mancherlei Orten – bei der Ritterin, im Kerker, auf dem Markte oder bei der Hexe – konnten Punkte errungen, Aufgaben bestanden und Bündnisse geschlossen werden. Am Ende stand fest, wer des Reiches würdig sei, und das neue König*innenhaus ward feierlich zu Ritter*innen geschlagen. Darauf folgten Tanz und Feier, wie es sich für ein rechtes Hoffest geziemt.
Wie es guter Brauch ist, fand die GLS ihren Abschluss in einem Gottesdienst. Dort ging es nicht um Sieg oder Rang, sondern um das, was trägt: Gemeinschaft, Verbundenheit und wie wir einander unterstützen können.
Ein wohlbestelltes Reich
So endete die GLS 2025, und alle zogen aus mit neuem Wissen, gestärktem Mut und festerem Zusammenhalt. Die Burgen, Pfarrheime und Jugendräume vor Ort mögen sich freuen: Das Reich der Jugendarbeit ist wohl gerüstet für das Jahr, das nun vor ihm liegt.